Guten Morgen

Morgenkaffee Ex-Dok­torin Annette Scha­van wurde an der Münch­en­er Lud­wig-Max­i­m­il­ians-Uni­ver­sität in den Hochschul­rat berufen.

Seit 1960 hat sich der tägliche Infor­ma­tion­skon­sum ver­dreifacht, schreibt Vin­cent Venus und geht auf Infor­ma­tions­diät.

Schrift­steller Ilja Tro­janow wurde die Ein­reise in die USA ver­weigert, weil er eine Protest­pe­ti­tion gegen NSA-Überwachung unter­schrieben hat. Land of the free.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Wäre es nicht bess­er, wenn die Amis in ihrer Nation­al­hymne ihre Para­noia besin­gen wür­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Flasch, Kurt — Warum ich kein Christ bin

Der englis­che Philosoph Bertrand Rus­sell hat 1927 einen Vor­trag mit dem Titel Warum ich kein Christ bin gehal­ten. Darin kri­tisiert er christliche Argu­men­ta­tio­nen wie Gottes­be­weise und moralis­che Argu­mente als wider­prüch­lich und nicht kon­sis­tent. Ein Christ ist für Rus­sell jemand, der an Gott, Unsterblichkeit und Chris­tus glaubt:

Ich meine, man muss wenig­stens daran glauben, dass Chris­tus, wenn schon nicht göt­tlich, so doch zumin­d­est der Beste und Weis­es­te der Men­schen war. Wenn Sie nicht ein­mal soviel von Chris­tus glauben, haben Sie mein­er Ansicht nach kein Recht, sich als Chris­ten zu beze­ich­nen.

Der deutsche Philosoph Kurt Flasch geht in seinem aktuellen Buch Warum ich kein Christ bin in ähn­lich­er Hin­sicht diverse Tex­tau­seinan­der­set­zun­gen mit bib­lis­chen Stellen und Argu­men­ta­tio­nen von christlich­er Seite ein. Das alleine ist schon sehr lesenswert. Im Grunde sagt er aber gar nichts anderes als Rus­sell:

Ja, ich bin kein Christ, wenn man unter einem Chris­ten jeman­den ver­ste­ht, der an Gott, an ein Leben nach dem Tod und an die Got­theit Christi glaubt. (Kapi­tel IV.)

Für Philosophen ist es schon mal ver­wun­der­lich, dass auf einen so unklaren Satz ver­wiesen wird: Wie bedeut­sam ist das “und” im Satz? Was ver­ste­ht man genau unter “glauben”?

In einem aktuellen Inter­view mit Papst Franziskus find­et man den inter­es­san­ten, auf das Chris­ten­tum bezo­ge­nen Satz:

Es darf keine spir­ituelle Ein­mis­chung in das per­sön­liche Leben geben.

Ein­mis­chun­gen kann es wegen mir, sofern sie rechtlich akzept­abel sind, dur­chaus geben. Er kön­nte aber auch das Ver­bit­ten von Bevor­mundung bezüglich des eige­nen Denkens meinen — und das wäre ein Ham­mer (nicht nur, weil man so Rus­sell und Flasch den Wind aus den Segeln nimmt): Man könne als Christ Agnos­tik­er sein, der sich an den Geschicht­en der Bibel ori­en­tiert, im Grunde seine Überzeu­gun­gen aber selb­st ver­ant­wortet. In gewiss­er Hin­sicht ver­ste­he ich Kant so, der Beispiele aus der Bibel für passende Umset­zun­gen des Kat­e­gorischen Imper­a­tivs, der für sich genom­men von Kant philosophisch hergeleit­et wird, hält.

Weiterlesen