Die SPD, seit jeher ängstlich darauf bedacht, nicht mit Kom­mu­nis­ten ver­wech­selt zu wer­den, hat denn auch ihre Oppo­si­tion gege die kon­ser­v­a­tiv­en Strate­gien der kap­i­tal­is­tis­chen Parteien nie lange durchge­hal­ten. Ein Trauer­spiel mit open end.

Hein­rich Han­nover (aus: Die Repub­lik vor Gericht 1954–1974. Erin­nerun­gen eines unbe­que­men Recht­san­walts, 1998, S. 80f.)

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Wie ist das eigentlich … mit dem Untergang der deutschen Huffpost?

Aus­ge­hufft wäre auch eine schöne Über­schrift gewe­sen. Aber egal, ist das jet­zt eigentlich nor­mal, dass eine über­hy­pete Zeitungsin­ter­net­plat­tform, die nie ein­lösen kon­nte, was sie sein wollte, eingestellt wird und es wird nicht einge­s­tanden, was die wirk­lichen Gründe sind?

man habe sich zulet­zt nicht auf eine gemein­same Unternehmensstrate­gie eini­gen kön­nen

Das ist ja auch nur Unternehmenssprech für: Bla bla.

Die deutsche Huff Post hat gezeigt, dass man inner­halb kürzester Zeit ein neues Nachrich­t­e­nange­bot in die Top 10 führen kann.” Eine Lizen­zver­gabe des Titels durch ein anderes Unternehmen in Deutsch­land sei nicht geplant.

Sie waren so erfol­gre­ich, dass nie­mand den Titel der Seite oder die Seite selb­st haben will. Da war ja Basic Think­ing bess­er dran irgend­wie.

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Fakeklaudaten

Let­ztens bekam ich auch eine E-Mail als Bit­coin-Erpres­sungsver­such-Spam, in der mir ein Pass­wort richtig zuge­ord­net wurde und eine E-Mail-Adresse eben­so. Nur, dass ich bei­des nie in dieser Kom­bi­na­tion ver­wen­det habe, die betr­e­f­fende E-Mail-Adresse war immer nur eine Weit­er­leitungsadresse. Im Grunde ist mir nur mit­geteilt wor­den, dass man es eben nicht geschafft hat, mir die Dat­en so zu ent­lock­en, dass man Zugang zu einem E-Mail-Post­fach bekäme. Man müsste es eben nur hin­bekom­men, das Netz mit falschen Dat­en zu fluten.

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Wie ist das eigentlich … mit dem Untergang von VIVA?

Ich habe gestern ein wenig die fense­htech­nis­che Abwick­lung des ehe­mals erfol­gre­ichen Musik­senders VIVA auf Twit­ter mitver­fol­gt. Es waren über­haupt nur wenige, die das inter­essierte. Mit knapp über 1000 Ver­hash­ta­gun­gen war das The­ma in den Top3-Hash­tags des Tages, was aber eher nur gegen Twit­ter spricht.

In den Onlin­eaus­gaben der Zeitun­gen kon­nte man nur unin­for­ma­tives Gesausel lesen. Da wur­den aus der Wikipedia die ger­affte Geschichte des Senders dargestellt und Zitate aus Inter­views ander­er Medi­en genom­men. So wie man halt bei Zeitun­gen eine aktuelle Behand­lung eines pop­kul­turellen The­mas vorstellt. Als wäre ein Newslet­ter eingestellt wor­den.

Ich habe nur bei dwdl.de ein infor­ma­tiveres Inter­view mit Dieter Gorny gefun­den, das mich daran erin­nert hat, dass Gorny in der Selb­st­darstel­lung von VIVA immer so galant über­zo­gen hat:

VIVA hat fast alle sozial­isiert, die heute schreiben und denken.

Oh, mich nicht. Was soll “sozial­isiert” hier über­haupt heißen? VIVA gab es zu meinen Jugend­jahren nur über Kabel, da war ich raus. Ich habe Ray Cokes auf MTV geschaut, dazu die dor­ti­gen Hit­pa­raden und mein Englisch mit etwas Humor auf­päp­peln kön­nen.

VIVA hat­te Ste­fan Raab, dessen Humor mich allerd­ings selb­st in den weni­gen Momenten Aufmerk­samkeit vor Waren­haus­fernse­hgeräten nicht ein­f­ing. Und an dem Humor­re­likt, das in der Late Night von Pro7 ger­ade noch etwas zuck­elt sieht man: Es fehlt da doch extremst an Unter­bau, um sagen zu kön­nen, dass man es bei VIVA mit einem geschicht­strächti­gen Unter­fan­gen zu tun hat­te.

Und doch war da etwas Wehmut bei den weni­gen, die das The­ma noch am Ende des Jahres abhak­ten, wenn auch nie­mand mehr darüber etwas schreiben wollte. Vielle­icht ist dazu VIVA halt doch schon 2005 mit der Über­nahme durch Via­com abgewick­elt wor­den. Habe ich da die Abgesänge ver­passt?

Oder ist hier eine sozial­isierte Gruppe unter­wegs, die keinen Wehmut mehr ken­nt, die den Umwälzun­gen des Kap­i­tal­is­mus aus­druck­s­los bei­wohnt, das The­ma wech­selt wie ein Blatt Klopa­pi­er?

Das, was mal ges­tartet war als Jugen­drev­o­lu­tion, zumin­d­est in eigen­er Sichtweise, wird da ger­ade ad acta gelegt wie eine Unter­hose, die man nie gewech­selt hat und mit der man auch seit langem nichts mehr zu tun haben will.

Sich darüber zu wun­dern scheint irgend­wie selb­st schon aus der Zeit gefall­en. Auch in der Abschiedssendung redete man nur über Stars, die die dama­li­gen Mod­er­a­toren, von denen fast nie­mand auf ihren Sozialme­di­enkanälen etwas über die Abschlussendung schreibt, vor 15 bis 20 Jahren mal begeg­neten, nicht über den Sender an sich. Wie Gäste ein­er Beerdi­gung, die nur über sich selb­st reden. Worüber auch son­st, der zu Grabe Getra­gene ist ja tot.

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Jennifer — Sehnsucht nach was Besseres

Har­ald Wehmeier und Andreas Altenburgs NDR-Fernsehserie Jen­nifer — Sehn­sucht nach was Besseres gehen ger­ade mit eben dieser in die zweite Staffel. Und zur Freude der Zuschauer ist dies kein lauer Auf­guss der ersten: Mit Con­tain­er-Ingo, gespielt von Klaas Heufer-Umlauf, wird erfol­gre­ich eine in die Geschichte passende Fig­ur präsen­tiert.

Man­fred Schweers (großar­tig fies-schmierig dargestellt von Ulrich Bähnk) übern­immt hal­ble­gal den Friseur-Salon, in dem Jen­nifer arbeit­et, und stellt den abge­halfterten C-Pro­mi Con­tain­er-Ingo ein, der den Laden zum Laufen brin­gen soll.

Ging die erste Staffel noch darum, dass der Kap­i­tal­is­mus genau die Träume unerr­e­ich­bar macht, die er anpreist, haben wir nun eine Fig­ur, die an genau dieser Stelle gescheit­ert ist und zurück­kommt. Das alles ver­lei­ht der Com­e­dy-Serie eine gewisse bit­tere Note und ist insofern von den bei­den Autoren Wehmeier und Altenburg ein gelun­gener Sprung ins Unbekan­nte, waren doch bish­er ihre Radio-Fig­uren bloß lustige Vertreter des Präkari­ats.

Trotz dieser Wen­dung wer­den die Rand­fig­uren liebevoll dargestellt: Jen­nifers Oma (herz­er­wär­mend lebenser­fahren gespielt von Doris Kun­st­mann), deren Fre­und, ihr Ex-Chef, ihr Ex-Fre­und, sog­ar sich selb­st als Fans von Con­tain­er-Ingo leg­en sie ein an ihr Fanob­jekt gerichtetes ent­lar­ven­des “Du kennst auch keine Leute mehr” in den Mund, weil es auch den Fans nicht um die ange­him­melten Per­so­n­en selb­st geht. Zwei Fol­gen ist die Haupt­fig­ur fast nur Staffage, wäre sie nicht von der zauber­haften Katrin Ingen­doh gespielt. Ein Serien-Juwel, lei­der ver­steckt. Die Fol­gen sind in der Mediathek anse­hbar.

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Instagrammen

Hier war in der let­zten Woche doch eher weniger los, weil wir Madeira erkun­de­ten und ich mich selb­st ein wenig mit Insta­gram beschäftigt habe. Und da bedeutet net­zw­erken ja so viel wie: Alle man wem fol­gen, da wird ja wesentlich inten­siv­er zurück­ver­fol­gt als auf Twit­ter. Es ist auch ganz lustig, da mit eige­nen Bildern kreativ gestal­tend umzuge­hen, aber irgend­wann ist man dieser Beschäf­ti­gung auch über­drüs­sig und alleine die Likes helfen da auch nicht weit­er. Und wenn man dann in der eige­nen Time­line nur noch Hack­fressen­selfies zu sehen bekommt oder über­fil­terte Stilleben, dann sehnt man sich doch das erdende Bloggen wieder her­bei.

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Mein Anbi­eter hat hier eine Zeit lang einen Cloud­flare-Sicher­heit­stest vor dem Aufrufen der Seite gemacht. Jet­zt sei aber alles wieder in Ord­nung und der Test ist weg. Jut, jut, weit­er im Text.

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Was beim Musik­laden bestellt. Mir schick­en sie die Bestellbestä­ti­gung, der Fre­undin die Rech­nung. So geht Ser­vice.

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Dieses Jahr bin ich ja früh dran, meine Blogroll auszu­mis­ten. Elf Abgänge sind zu verze­ich­nen, eine Adressän­derung und kein Zugang. Aber da kommt sich­er noch etwas. Im Laufe des ver­gan­genen Jahres kam mit Jelisa Cas­tro­dales neuem Blog ein wun­der­schön­er Neuzu­gang, sowas kommt immer etwas über­raschend. Erst dachte ich, elf Abgänge wären viel, aber let­ztes Jahr hat­te ich 17 und dieses Jahr wur­den ein paar schon länger nicht mehr upge­datete Blogs raus. Da ist die Wahrschein­lichkeit, dass da noch mal was kommt, auch ein­fach nicht so groß.

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